18.12.2020

Chance für ein modernes Jagdrecht wird vertan

Zur heutigen (18.12.2020) Beratung im Bundesrat zur Novelle des Bundesjagdgesetzes sagt die jagdpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

 

Das Bundesjagdgesetz wurde zuletzt im Jahre 1976 umfangreich novelliert und ist dringend reformbedürftig. Dass der Bundesrat sich solch einer Reform nicht annimmt und endlich mehr Umweltschutz bei der Jagd einfordert, kann ich mir nur mit dem weiterhin massiven Lobbydruck der Munitionsproduzenten erklären. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung enthält zwar einige vom Grundsatz her richtige Ansätze, greift aber viel zu kurz. Die Jagd mit bleihaltiger Munition wird nicht verboten. Stattdessen soll der Bleigehalt im Rahmen eines komplizierten Verfahrens mit hohem Verwaltungsaufwand und langen Übergangsfristen minimiert werden. Zum Glück sind wir da in Schleswig-Holstein schon ein Stück weiter. Seit 2015 ist die Jagd auf Schalenwild und Wasserwild bei uns bleifrei. In den Landesforsten wird bereits seit 2012 bleifreie Munition verwendet. Auch in anderen Bundesländern gibt es damit gute Erfahrungen.

 

Die Regelungen zur Abschussplanung für die Bejagung des Schalenwildes sind ungeeignet zur Begrenzung der Wildbestände auf ein Maß, dass Naturverjüngung und Waldumbau ermöglicht. Die althergebrachte Tradition der an Trophäen orientierten Jagd wird nicht aufgebrochen. Das wäre aber erforderlich, um unsere Wälder fit für den Klimawandel zu machen. Kürzere Jagdzeiten, dafür aber gezieltes Management zur Begrenzung der Wilddichten wären auch im Sinne des Tierschutzes. 

 

Damit wird die Chance für ein modernes, den Anfordernissen des Tierschutzes, des Klimaschutzes und des Natur- und Artenschutzes Rechnung tragendes Jagdrecht vertan. 

________________________________



zurück

URL:https://www.marlies-fritzen.de/home/expand/788180/nc/1/dn/1/