25.02.2021

Immer mehr Höfe sterben und immer mehr Artenvielfalt geht zugrunde, bis die CDU endlich aufwacht.

Zur Presseinformation des CDU-Abgeordneten Heiner Rickers sagt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen

 

„Ökonomie und Ökologie versöhnen“, unter dieses Motto stellte der Ministerpräsident Daniel Günther die Zusammenarbeit der Jamaika-Koalition. Sein Parteifreund Heiner Rickers sieht das offenbar anders. Für ihn sollen Landwirt*innen auch weiterhin intensiv ackern und ohne Rücksicht auf ökologische Verluste Nahrungsmittel produzieren. Das fällt weit hinter die aktuellen Fachdebatten um eine für Betriebe und Umwelt gelingende Agrarreform zurück. Öffentliches (Steuer-)Geld für öffentliche Leistungen gibt den Landwirt*innen eine ökonomische Sicherheit auch dann, wenn sie weniger intensiv wirtschaften. Das belegen Studien und zu dem Schluss kommt auch das die Bundesregierung in Agrarfragen beratende wissenschaftliche Thünen-Institut in einer aktuellen Stellungnahme zum Modell der „Gemeinwohlprämie“.

 

Der Agrarminister Jan Philipp Albrecht hat in seinem Interview entsprechend nicht von Flächenstilllegungen gesprochen, sondern eine finanziell abgesicherte Argarwende für mehr Vielfalt in der Produktion gefordert. Dazu braucht es neben angemessenen Lebensmittelpreisen auch eine ausreichende Agrarförderung für naturschonendere Anbauweise mit Steuergeldern. Diese könnte in den jetzigen Verhandlungen über die nächste Agrarförderperiode erreicht werden, wenn konservative Politiker*innen das nicht weiter blockieren würden. Es ist schade, dass wir auf dem vom Ministerpräsidenten anvisierten Weg nicht weiterkommen. Wertvolle Zeit für Betriebe und Umwelt geht hier verloren. Immer mehr Höfe sterben und immer mehr Arten gehen zugrunde, bis die CDU endlich aufwacht. Ich fürchte, dann wird es zu spät sein.



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