Gute Nachbarschaft geht anders

Zu den Meldungen, wonach Hamburg noch in dieser Woche mit der Verklappung von Elbeschlick vor der Insel Scharhörn beginnen will, erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

Die geplante Verklappung von Elbeschlick vor der Insel Scharhörn zeigt vor allem eines: Hamburgs Hafenpolitik steckt in einer Sackgasse. Um den riesigen Containerschiffen die Einfahrt in den Hafen zu ermöglichen, muss immer wieder die Elbe ausgebaggert werden. Das ist immens teuer und alles andere als nachhaltig, denn der Schlick wird schon nach wenigen Wochen wieder zurückgespült. Ob eine Verklappung vor Scharhörn aus diesem Teufelskreis herausführt, ist keineswegs sicher. Hamburg nimmt zudem massive Umweltschäden für das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer billigend in Kauf. Dass dies noch dazu ohne die Einbindung der betroffenen Nachbarländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein geschieht, macht vor allem deutlich, dass die Hansestadt die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkennen will. Weder ökonomisch noch ökologisch ist diese Politik noch zeitgemäß und wird auf Dauer auch nicht erfolgreich sein.

Gute Nachbarschaft geht anders: Schon seit Jahrzehnten fordern wir Grüne eine norddeutsche Hafenkooperation. Mit dem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven steht die notwendige Infrastruktur für eine gemeinsame Hafenpolitik der norddeutschen Küstenländer bereit. Es ist ein schwerer Fehler, dass diese Option bis heute nicht genutzt wird. Sie ist die einzige, die am Ende auch den Hamburger Hafen retten kann.



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