19.01.2011

Kein Sonderrecht für die Ölbohrungen im Wattenmeer

Zum gestrigen Erörterungstermin in Friedrichskoog zu Baumaßnahmen zur Absicherung der Bohrinsel Mittelplate im schleswig-holsteinischen Wattenmeer erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Marlies Fritzen:

Es ist schon ein außerordentlicher Vorgang, wenn in einem Planfeststellungsverfahren über bereits zur Hälfte durchgeführte Baumaßnahmen verhandelt wird. Von rund acht Hektar Wattfläche, um die es sich in dem Verfahren dreht, sind bereits vier Hektar überbaut worden, ohne Genehmigung.

Für die Ölbohrungen im Wattenmeer darf es kein Sonderrecht geben. Es kann nicht sein, dass für den Bau eines Fahrradweges strengere Vorschriften gelten als für eine Bohrinsel.

Dass das Wattenmeer nicht statisch ist und die Priele ihren Verlauf ändern, ist eine seit langem bekannte Tatsache. Wenn dies für die Betreiber der Ölplattform jetzt zu angeblich nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten führt, ist dies nur ein Beleg dafür, dass die Ölförderung im Ökosystem Wattenmeer nichts zu suchen hat. Vor diesem Hintergrund ist die voreilig und willfährig erteilte Verlängerung der Konzession um 30 Jahre umso skandalöser. Wir bleiben dabei: Schluss mit der Ölförderung im Wattenmeer.

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URL:https://www.marlies-fritzen.de/presse/pressemitteilungen-2011/expand/334515/nc/1/dn/1/