16.03.2012

Hände weg vom Ausgleich!

Zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zu Kompensationsflächen (siehe pdf unten) sagt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

Täglich werden in Schleswig-Holstein 4,1 Hektar Land für Straßen- und Siedlungsbau verbraucht. Versiegelte Flächen, die den Naturhaushalt nachhaltig beeinträchtigen. Nach dem Gesetz muss dafür ein Ausgleich geschaffen werden.

Diese Eingriffsregelung ist neben der Ausweisung von Schutzgebieten das wichtigste Instrument des Naturschutzes, das den anhaltenden Verbrauch von Landschaft kompensieren und die fortgesetzte Zerstörung von Natur begrenzen soll. Gleichzeitig trägt es dazu bei, den Flächenverbrauch einzudämmen. Durch die Verpflichtung zum Ausgleich wird ein Anreiz geschaffen, mit der Ressource Fläche sparsam umzugehen. Es gilt: Vermeidung vor Ausgleich!

Für den Artenschutz sind die Ausgleichsflächen als „Trittsteine“ in der Landschaft unerlässlich. Bei diesen Flächen handelt es sich überwiegend um extensiv genutztes Grünland. Dadurch werden die negativen Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft, wie etwa die Verunreinigung von Gewässern mit Nitrat, teilweise ausgeglichen.

Der Bauernverband will die Eingriffsregelung verwässern. Die Antworten der Landesregierung machen aber deutlich: Der flächenhafte Ausgleich hat sich bewährt, er verhindert landwirtschaftliche Nutzung nicht, sondern er schützt Natur und Landschaft vor weiterer Zerstörung. Dies alles lässt nur einen Schluss zu: Hände weg vom Ausgleich!

 

Hintergrund:
In Schleswig-Holstein gibt es momentan 25.000 Hektar naturschutzrechtliche Kompensationsflächen, dies entspricht 1,6 Prozent der Landesfläche (Stand 31.12.2010). Im Vergleich: der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen beträgt mehr als elf Prozent der Landesfläche. Bei den Kompensationsflächen handelt es sich zu 63 Prozent (15.750 ha, rund 1 Prozent der Landesfläche) um Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden, vornehmlich als extensives Grünland. Nur knapp ein Drittel davon, 0,6 Prozent der Landesfläche (9.250 ha) sind ungenutzte Wildnis, besonders Wald, Moore oder Sukzessionsflächen.

Ein Teil der Kompensationsflächen (18 Prozent, 4.450 ha) befinden sich in Schutzgebieten, auch diese werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt (ca. 3.200 ha). Die Landwirte erhalten für die Bewirtschaftung Prämienzahlungen aus der EU-Agrarförderung wie für andere landwirtschaftliche Flächen auch.

 

Kleine Anfrage der Abgeordneten Marlies Fritzen und Antwort der Landesregierung: Kompensationsflächen in Schleswig-Holstein (pdf, 52 KB)

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URL:http://www.marlies-fritzen.de/presse/pressemitteilungen-2012/expand/396663/nc/1/dn/1/