17.04.2013

Zu viel Grimms Märchen gelesen

Zur Forderung des Präsidenten des Landesjagdverbandes Klaus-Hinnerk Baasch nach einer Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht sowie seine Äußerungen zum geplanten Verbot von bleihaltiger Büchsenmunition sagt die umwelt- und naturschutzpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

Die Forderung nach einer Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht ist völlig indiskutabel. Erstens besteht keinerlei Notwendigkeit, den Wolf als scheues, nur einzeln vorkommendes und in der Regel durchziehendes Tier zu bejagen. Zweitens handelt es sich um eine streng geschützte Art. Der Abschuss eines Wolfes würde sowohl gegen Bundesnaturschutzrecht als auch gegen EU-Recht verstoßen. Der Präsident des Landesjagdverbandes hat anscheinend zu viel Grimms Märchen gelesen.

Auch beim Thema Bleimunition argumentiert die Spitze des Jagdverbandes rein ideologisch und isoliert sich dabei selbst in der Fachdebatte. Es gibt eine Vielzahl von Studien, die eindeutig belegen, dass bleifreie Büchsenmunition sowohl unter Tierschutz- auch unter Sicherheitsaspekten problemlos eingesetzt werden kann. Das ist eben keine Frage des Materials, sondern der Geschosskonstruktion. Auch das Argument, Kupfer sei ebenso umweltschädlich wie Blei und müsse dann auch verboten werden, ist widerlegt. Im Übrigen ist die bisher verwendete bleihaltige Büchsenmunition mit Kupfer ummantelt, also auch diese Argumentation ist völlig unlogisch.

Zum Glück sind viele JägerInnen nicht so rückwärtsgewandt wie ihre Verbandsspitze. Sie verwenden bereits heute freiwillig bleifreie Munition und haben uns in Gesprächen versichert, dass dies bestens funktioniert.

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URL:https://www.marlies-fritzen.de/presse/pressemitteilungen-2013/expand/500158/nc/1/dn/1/