05.11.2010

Kürzungen beim Biolandbau

v.l.: Rolf Dohse, M. Fritzen, Gerhard Moser

Die Landesregierung will die Förderung für den Biolandbau, die sogenannte Beibehaltungsprämie, streichen. Betroffen sind davon auch die biologisch wirtschaftenden Höfe in unserer Region. Um sich über die Auswirkungen zu informieren und vor den Folgen zu warnen, besuchte die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen, den Krumbecker Hof (Gemeinde Stockelsdorf), der über den Demeter-Verband als ökologisch wirtschaftender Betrieb zertifiziert ist. Sie erklärt:

 

Der ökologische Landbau leistet einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zum Erhalt der natürlichen Vielfalt in unserer Landschaft. Landwirte, die von konventioneller auf ökologische Wirtschaftsweise umstellen wollen, erhalten eine Umstellungsprämie und nach zwei Jahren eine Beibehaltungsprämie, als Honorierung dieser besonderen Gemeinwohlleistungen für den Schutz unserer natürlichen Umgebung.  Diese will die schwarz-gelbe Landesregierung nun als einziges Bundesland streichen. Umstellungsprämien soll es nur noch auf besonderen Standorten geben. CDU und FDP entziehen damit vielen Biobetrieben die existenzielle Grundlage und machen den Ökolandbau in unserem Land zunichte.

 

Die angebliche Sparmaßnahme zur Konsolidierung des Landeshaushaltes ist alles andere als nachhaltig. Von den derzeit 137 Euro, die pro Hektar Ackerfläche an Beibehaltungsprämie gezahlt werden, kommen nur 18 Prozent vom Land. 82 Prozent der Kosten werden aus Bundes- und vor allem EU-Mitteln bezahlt. Der Landesanteil von 18 Prozent refinanziert sich bereits über die Einkommensteuerzahlung der Öko-Betriebe. Damit wird deutlich, dass es weniger ums Einsparen (als darum) geht, sondern eher darum,  dem Ökolandbau Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

 

Der Pächter des Krumbecker Hofes, Gerhard Moser, erklärt: Die Prämien sind kein Geschenk, sondern die Honorierung unserer besonderen Leistungen für den Umwelt- und Klimaschutz, so werden allein durch den 2-jährigen Anbau von Kleegras in unserer Fruchtfolge erhebliche Mengen CO² als Humus gebunden, was beim Getreideanbau nicht stattfindet. In meinem Betrieb wird durch  die Bioprämie auch die volle Stelle im Ackerbau mitfinanziert. Fällt die Prämie, wäre bei der jetzigen Fläche von 230 ha der Arbeitsplatz gefährdet und wir müssten noch mehr mit ausländischen Saisonkräften arbeiten, was ja eigentlich gar nicht unser Wunsch ist.

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URL:https://www.marlies-fritzen.de/vor-ort/expand/323615/nc/1/dn/1/